Schokotag in der Schule

Jahrelang schlecken wir Schokolade und haben eigentlich keine so rechte Ahnung, woher diese kommt und wie sie hergestellt wird.
Dies sollte sich für die Fünft- und Sechstklässler beim Schokotag ändern.

Schokotag in der Schule

Ein Film ging der Aktion voraus: Da ernteten Kinder in der Elfenbeinküste jahrelang Kakaoschoten und hatten keine Ahnung, was daraus gemacht wurde. Erst beim Filmdreh konnten sie zum ersten Mal in ihrem Leben Schokolade probieren.

Ein Film über uns würde umgekehrt verlaufen: Jahrelang schlecken wir Schokolade und haben eigentlich keine so rechte Ahnung, woher diese kommt und wie sie hergestellt wird.
Dies sollte sich für die Fünft- und Sechstklässler beim Schokotag ändern. Eine Mitarbeiterin von Fairhandel erklärte noch einmal die Umstände der Kakaoernte, oft verbunden mit Kinderarbeit und Niedrigstlohn, eine schweißtreibende und nicht ungefährliche Arbeit mit Machete und den schweren Kakaoschoten. Und um dies zu unterstreichen durften die Schülerinnen und Schüler sogleich Werkzeug und Schoten kennenlernen, anfassen, letztere prüfend wiegen, daran riechen und nach dem Öffnen von Fruchtfleisch und Bohne probieren. Es folgte eine Darstellung, wie nach der Ernte der Schoten das Fruchtfleisch meistens in Bananenblättern fermentiert wird, dann die Bohnen getrocknet und in Säcken verschifft, zum Beispiel nach Hamburg in die Kakaobörse gelangen. Ab hier erfolgt die weitere Verarbeitung, also nicht mehr im Erzeugerland. Die Bohnen werden gepresst, dabei entsteht die Kakaobutter und die Kakaorohmasse. Während dieser Erklärung schmolz bereits in kleinen Behältern die bereit gestellte Kakaobutter und die Kinder konnten sich nun ans Werk machen selbst Schokolade herzustellen, indem sie fleißig Zucker und Kakaopulver siebten und kräftig mit der Kakaobutter verrührten. Anschließend wurde die Masse auf Backpapier ausgebreitet. Während man nun warten musste, dass diese Masse erkalten und damit erstarren würde, wurden verschiedene Siegel, die sich auf Schokoladentafeln befinden könnten, vorgestellt. Die Ware, die mit dem Fairtrade- oder dem Gepasiegel gekennzeichnet ist, ist von allen anderen die beste Ware, durch deren Kauf man dazu beitragen kann, dass die Schokolade ohne Kinderarbeit erzeugt wird; zudem wird unabhängig von den schwankenden Weltmarktpreisen für Kakao den Bauern ein fester Mindestlohn gezahlt, von dem sie ein einigermaßen menschenwürdiges Leben führen können. Mittlerweile führen alle großen Supermarktketten solche Schokolade im Angebot, man muss nur in den Regalen danach Ausschau halten. Mittlerweile war die Schokoladenmasse erkaltet und es kam zum Höhepunkt der Veranstaltung: Die Schüler und Schülerinnen konnten ihre selbst hergestellte Schokolade aus besten Zutaten probieren. Ein allgemeines „mhhh“ summte durch den Raum.

Georg Heckert, RL i.K.

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