Servus und Auf Wiedersehen

Gemeindewappen

Servus und Auf Wiedersehen!

Bürgermeister Heinrich

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

nun ist es soweit: 42 Jahre durfte ich für die Gemeinde Reichertshausen tätig sein, 17 Jahre als Geschäftsleiter bzw. Kämmerer sowie 25 Jahre als 1. Bürgermeister. Es hat mir während dieser Zeit stets viel Freude bereitet, für unsere Gemeinde da zu sein und sie in einem stetigen Prozess fort- und weiterentwickeln zu dürfen.

Aus heutiger Sicht darf ich sagen, dass dies in gemeinsamer Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat auch über weite Strecken gut gelungen ist:

Wir haben uns dafür entschieden, dass Reichertshausen vorrangig eine Wohn- und Freizeitgemeinde sein soll, in der es sich lohnt und Spaß macht zu leben. Wie Sie den nachfolgenden kleinen Bildauszügen entnehmen können, haben wir einiges erreicht. Wir haben z. B. eine supertolle Gemeindebibliothek gebaut und als erste Gemeinde im Landkreis Pfaffenhofen ein geschlossenes Radwegenetz geschaffen. Mit der Ilmtal-Halle haben wir erreicht, dass unsere rührigen Vereine den Bürgern zahlreiche Sport- und Freizeitmöglichkeiten bieten und auch große Kulturveranstaltungen nun hier bei uns, d. h. vor Ort, angeboten werden können.

Des Weiteren haben wir frühzeitig großes Umweltbewusstsein gezeigt: Wir wurden in Bayern als Pilotprojekt für die Wärmeversorgung von gemeindlichen Liegenschaften mit oberflächennaher Erdwärme ausgewählt. Mit der Schule in Reichertshausen, dem Kindergarten, der Bücherei, dem Bauhof, dem Feuerwehrhaus in Reichertshausen, der Ilmtal-Halle, etc. werden bereits zahlreiche Gebäulichkeiten entsprechend versorgt. Sie alle arbeiten enorm wirtschaftlich und produzieren keinen CO2-Ausstoss mehr! Aber auch andere ökologische Möglichkeiten wurden genutzt, wie z. B. die komplette Umstellung des Rathauses auf Hackschnitzelheizung oder die neue Kindertagesstätte in Steinkirchen, deren Wärmeversorgung ausschließlich über Pellets erfolgen wird.

 

Kinder sind das wertvollste Gut, das wir haben. In diesem Bewusstsein haben wir stets versucht, dass jedes Kind einen Platz in der Krippe oder einem der Kindergärten erhält, und dies zu absolut akzeptablen Preisen!

 

Auch im Schulbereich waren wir extrem gut unterwegs. Insgesamt nahmen wir ca. 7 Millionen Euro in die Hand, um unsere Grund- und Mittelschule komplett zu sanieren,
d. h. energetisch den bestmöglichen Stand zu erreichen und auch die Ausstattung auf den neuesten Stand zu bringen, so dass sich alle Schülerinnen und Schüler nun bester Lernmöglichkeiten erfreuen dürfen. Genauso wie in Reichertshausen soll auch die Grundschule in Steinkirchen in den nächsten Jahren von Grund auf generalsaniert werden.

 

Nachdem wir keine Gewerbe- oder Industriegemeinde sind, müssen sehr viele Berufspendler tagtäglich nach München fahren. Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir zwei Bahnhöfe in unserer Gemeinde haben. Im Zuge des Ausbaues der ICE-Strecke ist es uns gelungen, dass nun im Stundentakt alle Regionalzüge halten.

 

Zur Daseins-Vorsorge gehört aber auch, dass eine bestmögliche Versorgung mit Lebensmitteln und dergleichen vor Ort möglich ist. In Steinkirchen gibt es Gott sei Dank „Kramer’s Dorfladen“. In Reichertshausen ist es uns gelungen, EDEKA mit einem neuen großen Supermarkt im Ort zu halten und es gleichzeitig zu schaffen, dass mit Penny nun eine weitere Einkaufsmöglichkeit zur Verfügung steht.

Nicht vergessen möchte ich in diesem Zusammenhang auch die Grundversorgung der Bevölkerung mit dem „Lebensmittel Nummer 1“, d. h. mit Wasser. Wir haben in den letzten Jahren viel Geld in zwei neue Tiefbrunnen und einer Verdoppelung des Vorsorgevolumens in den gemeindlichen Hochbehältern investiert. Mit Stolz können wir heute feststellen, dass wir unsere Bevölkerung sowohl quantitativ wie auch qualitativ mit bestem und reinstem Trinkwasser versorgen können.

 

Besonders wichtig waren mir in all‘ diesen Jahren auch unsere Senioren. Dass wir heute so gut dastehen, haben wir unter anderem den älteren Mitbürgern zu verdanken, die nach dem Krieg unsere Gemeinde wieder wirtschaftlich aufgebaut und den Grundstock unseres heutigen Erfolges gelegt haben. In diesem Bewusstsein habe ich das Erbe von Hans Oberhauser gerne übernommen, dass wir als nahezu einzige Gemeinde im Landkreis Pfaffenhofen für die Senioren alljährlich drei Veranstaltungen durchführen (Volksfestbesuch, Ausflug und Seniorenweihnachtsfeier).

Als eine meiner größten Errungenschaften verbuche ich des Weiteren den Erfolg, dass es gelungen ist, in Reichertshausen ein Seniorendomizil anzusiedeln. Dort wird von allen Mitarbeitern eine wirklich erstklassige Arbeit geleistet und die Verantwortlichen stehen bis heute zu ihrer Zusage, dass Bürger aus unserer Gemeinde vorrangig aufgenommen werden. Herzlichen Dank für dieses große Vertrauensverhältnis!

 

Wir waren nie eine finanzstarke Gemeinde, in der z. B. die Gewerbesteuer für volle Kassen gesorgt hat. Nein, wir lernten, mit den Anteilen aus der Lohn- und Einkommenssteuer bewusst umzugehen und haben versucht, zur richtigen Zeit die Maßnahmen anzupacken, für die es aktuell gute Zuschüsse gab. So konnten wir viel erreichen, ohne uns zu überschulden. Im Gegenteil: Unsere Verbindlichkeiten bewegen sich im Bereich der durchschnittlichen Verschuldung aller vergleichbaren Gemeinden in Bayern. Unsere nachfolgende Generation, d. h. also unsere Kinder haben somit die Chance, ihre eigene Zukunft mitgestalten zu können. Das ist gut und schön so!

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

am 01.05.2020 übergebe ich den „Staffelstab“ nun an den langjährigen 2. Bürgermeister Erwin Renauer, der dann – so hoffe ich – gemeinsam mit dem neuen Gemeinderat bestmöglich versuchen wird, die positive Entwicklung unserer prosperierenden Gemeinde mit all seinen wunderschönen Dörfern und engagierten Dorfgemeinschaften fortzusetzen. Ich wünsche allen, die künftig in der Politik, den Vereinen oder der Gesellschaft bereit sind, Verantwortung für das gemeinschaftliche Miteinander zu übernehmen, alles erdenklich Gute und viel Glück bei der Bewältigung aller Aufgaben und Herausforderungen.

 

Ich selber werde mich selbstverständlich nicht komplett zurückziehen. Nein, ich werde kommunalpolitisch weiter tätig sein, da ich es geschafft habe, von insgesamt 443 Kreistagskandidaten das neuntbeste Ergebnis zu erzielen und als einziger Vertreter künftig die Interessen der Gemeinde Reichertshausen im Kreistag des Landkreises Pfaffen-hofen zu vertreten. Sie können sicher sein, dass ich mich dieser Aufgabe mit großem Engagement und Verantwortungsbewusstsein widmen werde. Das große Thema der nächsten Zeit wird dabei der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) sein. Dazu gehört ein funktionierender Nahverkehrsplan. Mit unserem tollen Bürgerbus sind wir hier bereits seit Jahren erfolgreich tätig. Die Vernetzung zwischen den Gemeinden muss aber noch viel dichter und intensiver werden. Für die Berufspendler muss es gelingen, ein System einzuführen, wo man mit möglichst nur einer Fahrkarte Busse, die Deutsche Bundesbahn, U-Bahn, Trambahn und dergleichen benutzen kann. Hoffen wir, dass uns dies gelingt. Zu kreispolitischen Fragen werde ich Ihnen also auch weiterhin zur Verfügung stehen. Im gemeinsamen Schulterschluss mit 1. Bürgermeister Erwin Renauer und dem neuen Gemeinderat hoffe ich, dass wir hier für unsere lebens- und liebenswerte Gemeinde Reichertshausen einiges bewegen können.

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute.

Passen Sie gut auf sich auf und bleiben Sie bitte gesund!

 

 

Ihr Reinhard Heinrich

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